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Gestaltungsauftrag für «Spitzenzeit» in Lauterbrunnen

Spitzen kommen nie aus der Mode.

Sie finden immer wieder Ihren Platz auf den Laufsteg und eine von Hand geklöppelte Spitze ist aus meiner Sicht etwas ganz Besonderes...

 

VSS-Tagung «Spitzenzeit» in Lauterbrunnen

 

Vom Organisationskomitee der 35. VSS Tagung (Vereinigung Schweizerischer Spitzenmacherinnen) wurde ich schon lange angefragt, ob ich die Gestaltung der Werbemittel für den geplanten Anlass in Lauterbrunnen ausführen möchte.

Ja, gerne!

 

Hier ein kurzer Einblick in das Thema «Klöppeln», in meine Gestaltungsarbeiten und ich zeige Dir ein paar Bilder und Eindrücke von der Tagung...

 

Dieses Wappen haben kreative Handarbeiterinnen aus Lauterbrunnen in Grossformat geklöppelt.
Dieses Wappen haben kreative Handarbeiterinnen aus Lauterbrunnen in Grossformat geklöppelt.

 

«Klöppeln»; eine Handarbeit mit der ich mich verbunden fühle

 

Im Lauterbrunnental, wo ich aufgewachsen bin, ist das «Klöppeln» schon lange Tradition. Auf sogenannten «Tintlen» (spindelförmigen Holzspulen, auch «Klöppel» genannt) wickelt man Faden oder Garn aus Baumwolle oder Seide.

Die bewickelten Klöppel werden meist paarweise mit Stecknadeln auf einem «Chlöppelbrief», das ist die Mustervorlage aus Papier, befestigt und daraufhin mit Kreuz- und Drehbewegungen miteinander verschlungen.

Während dem Verlauf der Arbeit werden die verschlungenen Garne immer wieder mit Stecknadeln an den rechten Ort gebracht und gesichert. Sobald das Spitzenmuster fertig geklöppelt ist, werden alle Stecknadeln entfernt. Je nach Einsatzbereich werden die Spitzen noch mit einem Mittel gestärkt.

 

Mit dieser Technik können lange Spitzenbänder, Einfassungen und Zierkanten für Kleidungen oder Heimtextilien, Deckchen, Dekorationen, Schmuck, Accessoires, Bilder und was die Fantasie sonst noch so hergibt, gezaubert werden.

 

Auch ich habe diese Handarbeitstechnik als Kind in der Klöppelstube in Lauterbrunnen gelernt und so freute ich mich besonders über diesen Auftrag. Das ermöglichte es mir, viele schöne Erinnerungen aufleben zu lassen, die traditionelle Ader in mir zu pflegen und den Kontakt zu den Bewohnern meines Heimatdorfes aufzufrischen.

 

 

Flyer, Festführer, Inserate,...

 

So einige Gestaltungsarbeiten sind für einen solchen Anlass gefragt!
So entwarf ich zuerst das Erscheinungsbild, welches aus einer geklöppelten Version des Lauterbrunnen Wappens, einem Bild von zwei Klöppeln die mit dem Titel „Spitzenzeit“ verbunden sind und dem Wahrzeichen von Lauterbrunnen, dem Staubbachfall, bestand. Der Verband zählt Mitglieder aus den deutsch- und französischsprachigen Kantonen der Schweiz, deshalb wurden die Werbemittel alle zweisprachig produziert.

Flyer, Plakat, Spitzenstrassen-Dorfplan, Inserate. eine Postkarte und ein 28-seitiger Festführer galt es zu gestalten:

Ja und wie könnte man das Eintritt-Abzeichen realisieren?
Als «Button-Fan» schlug ich dem OK die Möglichkeit vor, Ansteck-Knöpfe (Buttons) zu produzieren. Ich habe in meinem Atelier eine Button-Maschine und so freute ich mich sehr, dass ich «mein Baby» für diesen Auftrag wieder einmal wecken durfte.
Nachdem die Vorlage am Computer fertig gestaltet war, habe ich diese ausgedruckt, ausgeschnitten, mit Schutzfolie bedeckt und in der Button-Maschine fertig gepresst.


In diesem Video habe ich für Dich gefilmt, wie das geht:


 

Einladung

 

Sehr freute ich mich, als nach getaner Arbeit dann eine Einladung für diese VSS-Tagung bei mir eintraf. Diese Chance nahm ich gerne war und verbrachte einen wunderschönen Abend und tags darauf weitere sehr abwechslungsreiche Stunden in Lauterbrunnen am Anlass.

 

Spitzenstrasse im Dorf Lauterbrunnen

 

Viele fleissige Spitzlerinnen haben die ganze Dorfstrasse von Lauterbrunnen in eine Spitzenstrasse verwandelt: Überall in den Schaufenstern waren Kunstwerke zu bewundern.

Der Anlass wurde von einem super OK-Team vorbereitet und hat viele Besucherinnen und Besucher angezogen:

 

Kunstwerk hoch zwei

 

Beim Apéro wurde uns Gästen ein ganz besonderes Werk vorgestellt:

Das grossformatige geklöppelte Bergmassiv «Jungfrau». Das Bild dazu hat der einheimische Künstler Bruno von Allmen geschaffen und den Klöpplerinnen als Vorlage zur Verfügung gestellt. Wir konnten die beiden Werke – einerseits das Original Holzbild von Bruno von Allmen und andererseits das geklöppelte Abbild – nebeneinander bewundern und staunten über die Fähigkeiten aller Beteiligten.

 

Ich genoss die schöne Atmosphäre und hatte sogar noch die Gelegenheit, mit der OK-Präsidentin Cecile Mäder auf den Anlass anzustossen:

Festakt in der Kirche

 

In der Kirche hatte das OK einen sehr interessanten und kurzweiligen Festakt zusammengestellt, der wie ich finde sehr gelungen war! Mit Humor und spannenden Details wurde den Besuchern Interessantes rund um dieses schöne Handwerk näher gebracht. Auch Grossratspräsidentin Ursula Zybach hielt eine Rede und präsentierte uns ihr wunderschönes Kleid mit geklöppeltem Spitzeneinsatz.

Ausstellungen und Händlerhalle

 

Besonders sehenswert fand ich die Ausstellung der Gemeinschaftsarbeit «Apenblumen» welche liebevoll in einer dreidimensionalen Felsgestaltung mit geklöppelten Wasserfällen ins rechte Licht gerückt wurden.
Teilweise musste man zweimal schauen, ob diese Blumen wirklich aus Faden waren, so echt sahen sie aus!

Auch die Wettbewerbsarbeiten waren absolut sehenswert und ich staunte mehr als einmal, welche Kunstwerke die vielen Frauen in Ihrer Freizeit hergestellt hatten.

Die Händlerhalle mit ihrem vielfältigen Angebot war ebenfalls sehr interessant (davon habe ich leider keine Fotos).

 

Von mir aus hätte der Anlass noch länger dauern können, ich habe mich rundum wohl gefühlt!

 

DANKE!

 

Vielen Dank dem ganzen OK-Team und dem VSS für diesen rundum schönen Anlass und den tollen Auftrag!
Und dem Anzeiger Interlaken für die positive, ganzseitige Berichterstattung!

 

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