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Feder für Gedenkstätte in Lauterbrunnen

DANKE!

Bewusst mit diesem Wort beginnen wir die kurze Einführung in unsere Bilddokumentation vom Herstellungsprozess der Feder. Wem dieser Dank gilt, erörteren wir am Beitragsende, falls die Betreffenden damit einverstanden sind. Es ist, wie bei fast allem Wichtigen und Wertvollen: Ein tolles Team von Menschen, die eine Vision teilen.


Diesen Blogbeitrag mit Text und Fotos haben zwei von diesem Team erstellt, nämlich Oliver Frutiger und ich, Marianne von Allmen. Wir beide durften die Feder aus Kunststein realisieren und damit unseren Teil zum Gemeinschaftswerk an der Gedenkstätte in Lauterbrunnen beitragen.

Leicht wie eine Feder und dennoch 2000 x 800cm gross…wie geht das?

Wenn Du Lust dazu hast, nehmen wir Dich jetzt bis zur Vollendung mit:

 

 

1. Ideen auf Papier bringen

So kann es aussehen, wenn sich Ideen und eine (Computer)maus treffen...
Nach Besprechung mit unserer "Federführerin" Petra Brunner stelle ich mit verschiedenen Musterfotos eine Collage der geplante Gedenkstätte her für die Baubewilligung. Wie die Gedenkstätte aussehen, und dass eine Betonfeder Bestandteil davon sein soll, ist ihre Idee. Auch dass dieses Projekt jetzt in die Tat umgesetzt wird, ist zu einem grossen Teil Petras unermüdlichem Engagement zu verdanken.

 

2. Skizzen, verschiedene Federformen, Abklärungen

Einige Besprechungen später ist die Offertphase in vollem Gang: Materialrecherchen, Machbarkeitsstudien, Skizzen, Modelle aus Ton und Kostenberechnungen fliessen in das Projekt. Wir nehmen mit verschiedenen Fachleuten für Kunststein/Beton Kontakt auf und lassen uns beraten, welches Material geeignet ist und worauf wir achten müssen.
Langsam wird es ernst und die Erwartungen steigen...

 

3. Materialbeschaffung und Tests

Nachdem wir beide die Auftragszusage für die Federherstellung erhalten haben, bestellen wir das Material. Dann stelle ich ein Probestück aus den Originalmaterialien her, um mich damit vertraut zu machen und es auf Herz und Nieren zu testen...

 

4. unsere "weisse Leinwand" wird geliefert

Teamarbeit ist Gold wert! Uns wurde die Betonplatte von einem Teammitglied direkt ans Haus geliefert...danke!
Fertig aufgebockt ist die Arbeitshöhe perfekt, um loszulegen. Also drucke ich die Feder-Skizze in Originalgrösse aus und lege sie zur Probe auf die Betonplatte. Mhh,...wie liegt die Feder wohl am besten?

 

5. Einblicke ins innenleben der Feder

Wir haben uns entschieden, die Feder im Aufbauverfahren herzustellen. Damit meine ich, dass die Feder nicht gegossen, sondern Stück für Stück mit Mörtel aus Kunststein aufgebaut wird. Warum diese Vorgehensweise? Das wird in den späteren Arbeitsschritten ersichtlich.
Damit die fertige Feder für die unterschiedlichen Jahrestemperaturen gewappnet ist und ihre Form behält, forme ich zur Verstärkung aus Drahtgitter die Feder nach. Ausserdem schneide ich aus Bauschaumplatten die Federkontur aus. Diese dienen später als Formgeber.

 

6. STarker Kern

Zusammenhalten... auch unsere Feder sollte auf dem Boden bleiben. Ein Netz aus Draht und viele Eisenstifte helfen ihr dabei.
Zuerst schneidet Oliver die Armierungseisen in Stücke und verankert sie dann im Betonsockel. Danach verbinde ich die Eisenstücke mit dem Drahtgeflecht. Jetzt ist alles bereit für die erste Schicht aus Mörtel.

 

7. Mörtelpulver ist sehr staubig...

...da schütze ich mich lieber mit einer Maske. Das sieht gefährlicher aus als es ist, aber Vorsicht ist die Mutter der gelungen Arbeit!

So geht das Abwägen der Mörtelportionen gut von der Hand. In entsprechend viele Behälter füllen wir die passenden Mengen Wasser ab, damit wir uns später im Herstellungsprozess voll der Modellierarbeit widmen können.

 

8. Mörteln, feucht halten, Abdecken

Dank der Vorbereitungen gestaltet sich das Anmischen des Mörtels handlich. So baue ich Schicht für Schicht die Feder auf und sorge dafür, dass die Schichten immer feucht bleiben, damit sie langsam trocknen und sich gut verbinden. Geschwitzt habe ich während dieser Auftragsphase sicher mehr als sonst und das nicht nur vor Anstrengung. Während der Arbeit ist mir Sinn und Zweck des Projektes immer bewusst und die Verarbeitung der damit verbundenen Gefühle, gepaart mit der Ungewissheit, ob die Feder am Ende den Vorstellungen entspricht, ist für mich eine Herausforderung.

9. Überstehendes Armierungseisen kürzen

Bevor die letzte Mörtelschicht aufgetragen wird, kürzt Oliver die überstehenden Armierungseisen, damit diese später an der Oberfläche nicht sichtbar sind. Unsere Baustellenaufsicht Nala kommt vorbei, inspiziert alles genau und scheint zufrieden.

 

10. Bergkristall vom Grimselgebiet

Aus Bergkristallen vom Grimselgebiet suche ich passende Stücke heraus. Diese Naturgeschenke sollen die Schwere der Steinfeder etwas aufbrechen und Licht in das Ganze bringen. Doch wo und wie auf der Feder unterstützen sie deren Wirkung am harmonischsten? Die Antwort zu finden ist nicht so leicht wie es klingt. Zum Glück erhalte ich spontan wertvolle Unterstützung von der Nachbarschaft, danke!

 

11. kristallstücke einmörteln und Finishing

Jetzt wird ersichtlich, warum wir den Mörtel nicht in einem Stück gegossen haben. Zum einen hätte diese Vorgehensweise das Einlegen der Bergkristallstücke extrem erschwert, und zum anderen wäre dann ein intuitives Strukturformen der Oberfläche schwer möglich gewesen. Die Aufbautechnik dauert zwar länger, dafür hatte ich Zeit, die Steine einzeln in die noch feuchte Masse zu drücken und die Feder von Hand fertig zu modellieren. Nachdem die Feder ein paar Tage lang gut getrocknet ist, folgt als letzter Schritt das Entfernen überschüssiger Mörtelreste und das Polieren der Steine.

 

12. die Feder aus Kunststein ist Fertig!

Nach Abschluss der Arbeiten wischen wir uns den Schweiss von der Stirne und schauen uns die Feder von oben aus an, Glück gehabt.

13. Reisefertig für die Fahrt ins Lauterbrunnental

Zu Viert hätten wir das doch locker auf den Wagen gehoben, oder?

Wohl eher nicht. Danke für den hilfreichen Service, der uns erneut so freundlich und unkompliziert angeboten wurde!

14. Ankunft an der GEdenkstätte

Angekommen in Lauterbrunnen kümmert sich unser geschätzter Baufachmann um die Platzierung in der von ihm vorbereiteten und gestalteten Gedenkstätte auf dem Friedhof. Der Gärtner hat auch schon wunderbare Arbeit geleistet und das Terrain bepflanzt.
Und auch hier dauert es nicht lange: Die Endprüfung durch Nachbars Kater erfolgt prompt.

15. Einweihung der Gedenkstätte für unglücksopfer in Lauterbrunnen

Knapp ein Jahr später sind die Arbeiten aller Beteiligten beendet.
Wir durften zusammen mit einem grossen Teil des "Feder-Teams" an der wunderschönen Einweihungsfeier teilnehmen, über die danach auch in der Jungfrau Zeitung und im Berner Oberländer berichtet worden ist.

 

Wir hoffen, dass unser Werk mit der symbolischen Leichtigkeit der Feder eine Hilfe für alle Hinterbliebenen sein wird.

 

Herzlichen Dank für das Vertrauen und dass wir an dieser Gedenkstätte mitarbeiten durften!
Marianne und Oliver

 

Besonders danken möchten wir:

Petra Brunner
Kirchgemeinde Lauterbrunnen
Gemeinde Lauterbrunnen
Fritz Jaun
Urs + Elsa Heiniger
Kobi von Niederhäuser + Steiner AG
Hans von Allmen

...und allen beteiligten, hier nicht genannten Akteuren und Sponsoren.
 

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